{"id":581,"date":"2019-02-13T17:45:26","date_gmt":"2019-02-13T16:45:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www2.altenbergtrio.at\/?p=581"},"modified":"2019-02-13T17:45:32","modified_gmt":"2019-02-13T16:45:32","slug":"schwertsik-bagatellen-in-stark-wechselnder-laune-op-36-1979","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/schwertsik-bagatellen-in-stark-wechselnder-laune-op-36-1979\/","title":{"rendered":"Schwertsik: Bagatellen in stark wechselnder Laune op.36 (1979)"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Kurt Schwertsik<\/h3>\n\n\n\n<p>* 25. Juni 1935<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Bagatellen in stark wechselnder Laune op.36 (1979)<\/h3>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td>Komponiert:<\/td><td>Wien, 1979<\/td><\/tr><tr><td>Widmung:<\/td><td>&#8220;to Tricia and Tony&#8221;<\/td><\/tr><tr><td>Urauff\u00fchrung:<\/td><td>Wien, Konzerthaus\/Schubertsaal, 17. Dezember 1979 <br>\nHaydn-Trio Wien (II)<br>\nHeinz Medjimorec, Klavier <br>\nMichael Schnitzler, Violine <br>\nWalther Schulz, Violoncello <br>\n<\/td><\/tr><tr><td>Erstausgabe:<\/td><td>Boosey &amp; Hawkes, London, 1983<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p>Lebensl\u00e4ufe sind, nach Kurt Schwertsik, nichts anderes als &#8220;eine rein  akademische Gewohnheit der Programm-Macher&#8221;. Weil wir uns nur ungern  dem Vorwurf des Akademismus aussetzen, \u00fcbergehen wir also sein Studium  bei Marx und Schiske, Kagel und Stockhausen, ebenso wie die Gr\u00fcndung der  &#8220;reihe&#8221; (zusammen mit Cerha) und der Gruppe &#8220;MOB art &amp; tone ART&#8221;,  seine Affinit\u00e4t zu den Beatles und &#8220;keltischer&#8221; Musik. Aus einer  wirklich unakademischen Selbstdarstellung des Komponisten aus dem Jahre  1988 wissen wir: &#8220;Die musikalische Begabung zeigte sich bei meiner  Geburt: ich hatte abstehende Ohren!&#8221; Wir erinnern uns auch geh\u00f6rt zu  haben, da\u00df Stockhausen dem Komponisten anl\u00e4\u00dflich der Urauff\u00fchrung der  &#8220;Liebestr\u00e4ume&#8221; in Darmstadt 1962 als Reaktion auf die in dem Werk  vorkommenden Dreikl\u00e4nge ein St\u00fcckchen Zucker mit der Aufschrift &#8220;Beehren  Sie uns bald wieder!&#8221; zugeworfen habe. Und aus Schwertsiks eigener  Darstellung wissen wir, da\u00df er in eben jenem Jahre 1962 &#8211; am 3. Februar  um 17 Uhr 20 &#8211; entdeckt hat, da\u00df die Musik der Avantgarde langweilig und  selbstgef\u00e4llig sei. Was immer man von Schwertsiks Musik sagen m\u00f6ge:  langweilig und selbstgef\u00e4llig ist sie jedenfalls bestimmt nicht. <br> <br> Die Bagatellen haben uns durch ihre deklamatorische Klarheit und  Nat\u00fcrlichkeit angezogen. Es sind Gespr\u00e4chssituationen mit flie\u00dfenden und  zwingenden Stimmungs\u00fcberg\u00e4ngen, die mit gro\u00dfer Unbek\u00fcmmertheit und  Frische inszeniert und instrumentiert sind. Da dem Komponisten das  Zerreden und Zerschreiben der Musik ein Greuel ist, tun wir wohl gut  daran, ihn selbst zu Wort kommen zu lassen: <br> <br> &#8220;Einem derma\u00dfen im 19. Jahrhundert kulminierenden Genre wagte ich mich nur ehrf\u00fcrchtig auf historischen Pfaden zu n\u00e4hern.<br> Dem 19. Jahrhundert verdanken wir vor allem Verst\u00e4ndnis f\u00fcr fremde und  vergangene Sch\u00f6nheitsvorstellungen (Wiederbelebung historischer  Instrumente und Spielweisen, Musikethnologie usw.) und die &#8220;romantische  Ironie&#8221;, eines der wichtigsten Kunstmittel unserer Zeit. Diese beiden  \u00dcberlieferungen habe ich auf die Musik des 19. Jahrhunderts angewandt;  damit reiht sich das St\u00fcck an meine Arbeiten \u00fcber mittelalterliche und  keltische Musik.<br> Der auch aus dem vorigen Jahrhundert stammende Glaube an das Heil im  technischen Fortschritt wirkt gottseidank neuerdings etwas altmodisch.  Mein St\u00fcck k\u00f6nnte vor ihm wahrscheinlich nicht bestehen!<br> Dem Verlauf der vier kurzen S\u00e4tze vermag jeder H\u00f6rer zu folgen, was mich  der undankbaren Aufgabe enthebt, mit Worten zu beschreiben, was ich in  T\u00f6nen ausgedacht habe&#8230;&#8221; <br><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\">\u00a9 by Claus-Christian Schuster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kurt Schwertsik * 25. Juni 1935 Bagatellen in stark wechselnder Laune op.36 (1979) Komponiert: Wien, 1979 Widmung: &#8220;to Tricia and Tony&#8221; Urauff\u00fchrung: Wien, Konzerthaus\/Schubertsaal, 17. 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