{"id":565,"date":"2019-02-13T17:38:52","date_gmt":"2019-02-13T16:38:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www2.altenbergtrio.at\/?p=565"},"modified":"2019-02-13T17:38:58","modified_gmt":"2019-02-13T16:38:58","slug":"schubert-trio-b-dur-op-99-d-898","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/schubert-trio-b-dur-op-99-d-898\/","title":{"rendered":"Schubert: Trio B-Dur op.99\/D 898"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Franz Schubert<\/h3>\n\n\n\n<p>* 31. J\u00e4nner 1797<br>\u2020 19. November 1828<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Trio B-Dur op.99\/D 898<\/h3>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td>Komponiert:<\/td><td>Wien, (Wien I., Tuchlauben 14), Ende 1827\/Anfang 1828<\/td><\/tr><tr><td>Urauff\u00fchrung:<\/td><td>Wien, 28. J\u00e4nner 1828 Privat-Konzert bei Joseph von Spaun <br>\n(Wien I., Teinfaltstra\u00dfe 8) <br>\nCarl Maria Bocklet (1801-1881), Klavier <br>\nIgnaz Schuppanzigh (1776-1830), Violine <br>\nJoseph Lincke (1783-1837), Violoncello <br>\n<\/td><\/tr><tr><td>Erstausgabe:<\/td><td>Anton Diabelli, Wien, 1836<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p>Die Entstehung der beiden gro\u00dfen Klaviertrios Schuberts, die von  vielen als die Gipfelleistung der gesamten Klaviertrioliteratur  betrachtet werden, h\u00e4ngt wahrscheinlich unmittelbar mit einem f\u00fcr die  Geschichte des Genres bedeutsamen Datum zusammen: 1827, im Todesjahr  Beethovens, fanden sich die Beethoven-Freunde Ignaz Schuppanzigh und  Joseph Lincke mit einem jungen Schubert-Freund, dem Pianisten Carl Maria  von Bocklet zu einem Ensemble zusammen &#8211; eine kurzlebige Unternehmung  (Schuppanzigh starb schon 1830), die aber dennoch, wenn man von einigen  zaghaften Vorl\u00e4ufern absieht, als das erste &#8220;professionelle&#8221; Klaviertrio  der Geschichte bezeichnet werden darf. Bocklet, Schuppanzigh und Lincke  waren es dann auch, die (wie schon einige Wochen zuvor das Es-Dur Trio)  das B-Dur-Trio kurz nach seiner Vollendung, am 28.J\u00e4nner 1828 in der  letzten Schubertiade bei Joseph von Spaun (in den &#8220;Klepperst\u00e4llen&#8221;, an  Stelle des heutigen Hauses Teinfaltstra\u00dfe 8\/8A) vor etwa f\u00fcnfzig  geladenen G\u00e4sten aus der Taufe hoben. Die \u00f6ffentliche Urauff\u00fchrung fand  erst nach Schuberts Tod statt und ist nicht dokumentiert. <br> <br> Die hymnischen Reflexionen und Exkurse, die diesem Werk in der gesamten  Schubertliteratur seit jeher gewidmet wurden und werden, bezeugen, mit  welcher Einhelligkeit diese Sch\u00f6pfung zu den H\u00f6hepunkten der  Instrumentalmusik \u00fcberhaupt gerechnet wird. Dutzende Ankl\u00e4nge an  Schubert-Lieder wurden in der Partitur ausfindig gemacht, und manche  haben versucht \u00fcber den Umweg der wortgebundenen Musik zu einem  vermeintlich &#8220;pr\u00e4ziseren&#8221;, &#8220;sagbarerem&#8221; Verst\u00e4ndnis des Werkes  vorzudringen. Unleugbar ist jedenfalls, da\u00df Schubert mit diesem Werk  einen musikalischen Organismus geschaffen hat, der das klassischen  Postulat von der &#8220;Einheit im Vielf\u00e4ltigen&#8221; nicht nur in beispielhafter  Weise erf\u00fcllt, sondern aus dieser Erf\u00fcllung auch seine unzerst\u00f6rbare,  Zeit und Interpreten gleicherma\u00dfen \u00fcberdauernde Vitalit\u00e4t bezieht. <br> <br> Einer (gleichwohl verlockenden und f\u00fcr den einzelnen wohl auch  sinnvollen und fruchtbaren) Analyse oder deutenden Beschreibung von  Werken dieser Art hat sich der Reger-Sch\u00fcler Alexander Berrsche  (1883-1940) mit zeitlos g\u00fcltigen Worten entzogen, die hier die Stelle  einer solchen Einf\u00fchrung einnehmen m\u00f6gen: <br> <br> &#8220;Da\u00df man \u00fcber Dinge nicht schreiben kann, denen man zu ferne steht, ist  klar. Begreifen Sie aber, da\u00df man einer Sache auch zu nahe stehen kann?  Da\u00df das lebendige Wissen um den Reichtum eines Werkes ein Hindernis ist  f\u00fcr jegliches abstrahierende und deskribierende Verhalten? Darstellen  hei\u00dft vereinfachen, weglassen, unter Mannigfaltigkeiten und Gegens\u00e4tzen  Gemeinsames herausfinden, das Einmalige, Inkommensurable nicht sehen  wollen, oder gar versuchen, es kommensurabel zu machen. Probieren Sie  das einmal bei Schubert! Auch wenn Sie alles Vergleichbare kennen, immer  werden Sie bemerken, da\u00df gerade die Besonderheiten, die Sie auslassen  m\u00fcssen, das Wesentliche sind, das, was das Werk zu dem macht, was es  ist. Sie k\u00f6nnen mir erwidern: gut, dann halten Sie sich eben an das  Einzelne und Einmalige. Aber damit sieht&#8217;s noch schlimmer aus. Ich  f\u00fcrchte, es hie\u00dfe an dem Wunder des Sch\u00f6nen Grammatik treiben,  Harmonisches und Rhythmisches analysieren, Stufeng\u00e4nge verfolgen,  indessen das musikalische Gebilde unantastbar und hoheitsvoll abweisend  zur\u00fcckweicht. Versuchen Sie doch, Auge in Auge mit dem &#8220;Lindenbaum&#8221; ihn  zu beschreiben! Oder vor dem langsamen Satz des B-Dur-Trios einiges  Lichtvolle \u00fcber desses Thematik zu \u00e4u\u00dfern, w\u00e4hrend gleichzeitig eben  diese Kantilene begl\u00fcckend, besch\u00e4mend und Schweigen gebietend in Ihrem  Inneren erklingt! Es geht nicht&#8230;&#8221; <br><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\">\u00a9 by Claus-Christian Schuster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Franz Schubert * 31. J\u00e4nner 1797\u2020 19. November 1828 Trio B-Dur op.99\/D 898 Komponiert: Wien, (Wien I., Tuchlauben 14), Ende 1827\/Anfang 1828 Urauff\u00fchrung: Wien, 28. 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