{"id":553,"date":"2019-02-13T17:32:13","date_gmt":"2019-02-13T16:32:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www2.altenbergtrio.at\/?p=553"},"modified":"2019-02-13T17:32:19","modified_gmt":"2019-02-13T16:32:19","slug":"scharwenka-trio-nr-1-cis-moll-op-100","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/scharwenka-trio-nr-1-cis-moll-op-100\/","title":{"rendered":"Scharwenka: Trio Nr.1, cis-moll, op.100"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Philipp Scharwenka<\/h3>\n\n\n\n<p>* 16. Februar 1847<br>\u2020 16. Juli 1917<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Trio Nr.1, cis-moll, op.100<\/h3>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td>Komponiert:<\/td><td>Berlin, 1896\/97<\/td><\/tr><tr><td>Urauff\u00fchrung:<\/td><td>Mainz, 1898 <br>\n (Tonk\u00fcnstlerfest d. Allgem. Deutschen Musikvereins) <br>\nMoritz Mayer-Mahr, Klavier <br>\nWilly Burmester, Violine <br>\nHugo Becker, Violoncello <br>\n<\/td><\/tr><tr><td>Erstausgabe:<\/td><td>Breitkopf &amp; H\u00e4rtel, Leipzig, 1897<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p>Philipp Scharwenka wurde als Sohn eines Architekten in einer kleinen  Kreisstadt der Provinz Posen geboren; der Vater entstammte einer seit  vielen Generationen in der Mark Brandenburg ans\u00e4\u00dfigen tschechischen  Familie, die Mutter war Polin. Philipp wurde zusammen mit seinem um drei  Jahre j\u00fcngeren Bruder Xaver zuerst in Samter, dann in Posen und ab 1865  in Berlin musikalisch ausgebildet. W\u00e4hrend Xaver als Sch\u00fcler Kullaks  die Virtuosenlaufbahn einschlug, widmete sich Philipp ganz der  Komposition. Seine Lehrer an der von Kullak gegr\u00fcndeten &#8220;Neuen Akademie  der Tonkunst&#8221; waren Richard W\u00fcerst und Heinrich Dorn. 1874 trat er das  erste Mal in einem eigenen Konzert an die \u00d6ffentlichkeit. Seinen  Lebensunterhalt verdiente er sich seit 1868 als Lehrer f\u00fcr Theorie und  Komposition, zuerst an der Akademie Kullaks, dann an dem von Xaver 1881  ins Leben gerufenen &#8220;Scharwenka-Konservatorium&#8221;. 1891 begleitete er  seinen Bruder nach New York, wo sie gemeinsam ein Konservatorium  gr\u00fcndeten, das Xaver bis 1898 leitete. Philipp kehrte schon 1892 wieder  nach Berlin zur\u00fcck, um die Direktion ihres dortigen Konservatoriums zu  \u00fcbernehmen, das er im Jahr darauf mit der Klavierschule Karl Klindworths  (zu deren Lehrern Hans von B\u00fclow z\u00e4hlte) zum  &#8220;Klindworth-Scharwenka-Konservatorium&#8221; vereinigte und so eine  Institution schuf, die im Berliner Musikleben mehrere Jahrzehnte  hindurch eine hervorragende Rolle spielte.\u00abSeit 1904 teilte Philipp  Scharwenka die Direktion mit dem Dvor\u00e1k-Sch\u00fcler Robert Robitschek;  dieser f\u00fchrte die Anstalt nach Philipp Scharwenkas Tod bis zu seiner  zwangsweisen Pensionierung als &#8220;Nichtarier&#8221; 1937. Danach \u00fcbernahm  Philipp Scharwenkas Sohn Walter (1881-1960) die Leitung. &#8211; In der  Glanzzeit des Instituts unter Scharwenka und Robitschek geh\u00f6rten u.a.  Jos\u00e9 Vianna da Motta und Alexander Kipnis zu seinen Sch\u00fclern.\u00bb <br> <br> Philipp Scharwenka, der ein wenig im Schatten seines ber\u00fchmteren Bruders  stand, ist als Komponist zu Unrecht v\u00f6llig in Vergessenheit geraten;  seine ernst-verhaltene, oft umd\u00fcsterte Kammermusik ist eine wesentliche  und oft \u00fcbersehene Facette im Gesamtbild der Musikkultur des  wilhelminischen Deutschlands. <br> <br> \u00dcber die Entstehungsgeschichte seines ersten Klaviertrios op.100 ist  nichts \u00fcberliefert. Der das ganze Werk pr\u00e4gende tragische Ton legt wohl  eine tiefe seelische Ersch\u00fctterung als Anla\u00df nahe; in diesem  Zusammenhang ist es erw\u00e4hnenswert, da\u00df das Werk bei der Ged\u00e4chtnisfeier  f\u00fcr den Komponisten am 28. Oktober 1917 den Abschlu\u00df des Programms  bildete.\u00abHugo Leichtentritt, Das Konservatorium der Musik  Klindworth-Scharwenka&#8230;, Berlin 1931, S.32. Der Cellist dieser  Auff\u00fchrung, Hugo Dechert, hatte \u00fcbrigens 20 Jahre zuvor an der  denkw\u00fcrdigen Berliner Erstauff\u00fchrung von Pfitzners Klaviertrio op.8  mitgewirkt.\u00bb <br> <br> Der erste Satz (Lento e tranquillo, cis-moll) ist eine Elegie, deren  slawischer Unterton zwar weit entfernt von jeder folkloristischen  Stilisierung, aber dennoch un\u00fcberh\u00f6rbar ist. (Die Metamorphose, die das  Kopfmotiv im letzten Satz erf\u00e4hrt, bringt seinen Volksliedcharakter dann  klar zum Vorschein.) <br> <br> Im zweiten Satz (Allegro, fis-moll) werden schon allein durch die Tonart  mendelssohnsche Geister wachgerufen; das fast schon walzerselige Trio  ist der einzig wirklich entspannte Moment des ganzen Werkes. <br> <br> Das abschlie\u00dfende Allegro appassionato (cis-moll), der einzige Satz des  Werkes in Sonaten-Hauptsatzform, stellt im Hauptthema eine aus dem  Material des ersten Satzes gewonnene, f\u00fcr das slawische Volkslied  typische Wendung in den Mittelpunkt, verfremdet diesen Bezug aber durch  die nahezu allgegenw\u00e4rtige Stimmung leidenschaftlichen Aufruhrs und  fliehender Atemlosigkeit. Die erregte Spannung wird den ganzen Satz \u00fcber  aufrechterhalten, erst mit der Coda verebbt das St\u00fcck in hoffnungsloser  Ermattung. <br><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\">\u00a9 by Claus-Christian Schuster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Philipp Scharwenka * 16. Februar 1847\u2020 16. Juli 1917 Trio Nr.1, cis-moll, op.100 Komponiert: Berlin, 1896\/97 Urauff\u00fchrung: Mainz, 1898 (Tonk\u00fcnstlerfest d. Allgem. 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