{"id":529,"date":"2019-02-13T17:19:14","date_gmt":"2019-02-13T16:19:14","guid":{"rendered":"http:\/\/www2.altenbergtrio.at\/?p=529"},"modified":"2019-02-13T17:19:19","modified_gmt":"2019-02-13T16:19:19","slug":"mozart-trio-terzett-c-dur-kv-548","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/mozart-trio-terzett-c-dur-kv-548\/","title":{"rendered":"Mozart: Trio (Terzett) C-Dur KV 548"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wolfgang Amadeus Mozart<\/h3>\n\n\n\n<p>* 27. J\u00e4nner 1756<br>\u2020 05. Dezember 1791<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Trio (Terzett) C-Dur KV 548<\/h3>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td>Komponiert:<\/td><td>Wien (W\u00e4hringer Stra\u00dfe 26, Gartenhaus), beendet am 14. Juli 1788<\/td><\/tr><tr><td>Urauff\u00fchrung:<\/td><td>nicht dokumentiert<\/td><\/tr><tr><td>Erstausgabe:<\/td><td>Artaria, Wien, 1788<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p>Aus der Besch\u00e4ftigung mit den diversen zu Mozarts Zeit verwendeten  &#8220;ungleichschwebenden Temperaturen&#8221; wissen wir, da\u00df C-Dur zu den  klassischen &#8220;akkordischen&#8221; Tonarten geh\u00f6rt. Das sollte allerdings nicht  zur Annahme verleiten, es handle sich dabei um eine &#8220;neutrale&#8221;  Allerweltstonart. Offensichtlich beinhaltete das ungleichschwebende  C-Dur ein koloristisches Element, das es zum &#8220;Gegenbild&#8221; des  komplizierten E-Dur geradezu pr\u00e4destinierte. Jedenfalls f\u00e4llt auf, da\u00df  diese beiden Tonarten in drei Haydnschen Werkzyklen unmittelbar  aufeinander folgen. W\u00e4hrend in den Bartolozzi-Trios (Hob.XV:27-29) und  den Esterh\u00e1zy-Sonaten (Hob.XVI:21-26) die Folge jeweils C-Dur\/E-Dur ist,  finden wir im ersten Zyklus der Tost-Quartette (Hob.III:57-59) ebenso  wie einige Jahre sp\u00e4ter an einer sehr auff\u00e4lligen Stelle der &#8220;Sch\u00f6pfung&#8221;  die auch von Mozart f\u00fcr seine Trios gew\u00e4hlte Abfolge E-Dur\/C-Dur: Zu  Beginn des dritten Teiles schildert Haydn den Paradiesesmorgen (E-Dur),  der Adam und Eva zu einem naiven Lobgesang (C-Dur) hinrei\u00dft. Nicht  un\u00e4hnlich der hier von Haydn verwendeten Dramaturgie f\u00fchrt auch bei  unseren beiden Mozartschen Klaviertrios der Weg von E-Dur nach C-Dur aus  einer Sph\u00e4re lyrischer Halbt\u00f6ne in das volle Licht t\u00e4tiger Zustimmung. <br> <br> Das er\u00f6ffnende Allegro l\u00e4\u00dft gleich mit seinem Kopfmotiv an Figaros &#8220;Non  pi\u00f9 andrai&#8221; (&#8220;&#8230;delle belle turbando il riposo&#8230;&#8221;) denken. \u00dcberhaupt  scheint der ganze Satz von opernhafter Gestik und Mimik durchzogen zu  sein &#8211; die charakteristische Tonwiederholung auf der Dominante, die  zwischen Bangigkeit und Koketterie schwankt, unterstreicht das ebenso  wie das klagende Seufzermotiv, das in der Durchf\u00fchrung neu hinzutritt  und in der Reprise dann noch ein wehm\u00fctiges Echo findet. Zwischen diese  primadonnenhaft kaprizi\u00f6sen Details schiebt sich aber immer wieder der  zupackende Humor des Incipits, das auch die launige Coda dominiert. <br> <br> Der zweite Satz, Andante cantabile (F-Dur), ist ein Sonatensatz mit  einem Hauptthema von recht eigenwilligem Zuschnitt: Vordersatz und  Nachsatz der er\u00f6ffnenden Periode (Klavier solo) haben motivisch nur sehr  wenig gemeinsam, daf\u00fcr wird der Nachsatz von der Geige wiederholt, so  da\u00df sich r\u00fcckblickend der Vordersatz fast wie ein enleitendes Motto  ausnimmt. Das charakteristischste Detail dieses Mottos, eine sich aus  dem rhythmischen Hauptmotiv anmutig l\u00f6sende Skala in zierlichen  Zweiunddrei\u00dfigsteln, wird in der Durchf\u00fchrung auf eine weite  modulatorische Reise geschickt, wobei ihm das Seitenthema als  Weggef\u00e4hrte mitgegeben wird. An kontrapunktischer Originalit\u00e4t steht  diese Durchf\u00fchrung derjenigen des analogen Satzes von KV 496 nicht viel  nach. In der Reprise wird der Ablauf des Geschehens kurz vor Ende von  einem &#8220;Seufzerdialog&#8221; (zwischen Geige und Klavier) unterbrochen, der  noch einmal, gleichsam von ferne, an die opernhaften Momente des  Kopfsatzes erinnert. <br> <br> Ein keckes Rondo im Sechsachteltakt (Allegro) beschlie\u00dft das Werk &#8211;  unter allen Klaviertrios\u00e4tzen Mozarts sicher der \u00fcberm\u00fctigste und  brillanteste. Der formale Ablauf entspricht fast genau dem des Finales  aus KV 542, doch ist die konzertante Weitr\u00e4umigkeit des E-Dur-Satzes  hier einer frechen Knappheit gewichen, die hervorragend zu dem vorlauten  Ton des thematischen Materials pa\u00dft. In das Minore klingen zwar wie von  ferne noch die Sospiri der vorangehenden S\u00e4tze hin\u00fcber, aber auf die  Dauer vermag nichts, sich der ansteckenden Ausgelassenheit zu entziehen,  mit der Mozart den Satz zu einem wirkungsvollen Abschlu\u00df bringt. Die  Lausb\u00fcbereien reichen buchst\u00e4blich bis zum letzten Ton: In der  Schlu\u00dfwendung wird das augenzwinkernd martialische Incipit des ersten  Satzes noch in einer wie beil\u00e4ufig angebrachten Umkehrung verspottet. <br><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\">\u00a9 by Claus-Christian Schuster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wolfgang Amadeus Mozart * 27. J\u00e4nner 1756\u2020 05. Dezember 1791 Trio (Terzett) C-Dur KV 548 Komponiert: Wien (W\u00e4hringer Stra\u00dfe 26, Gartenhaus), beendet am 14. Juli 1788 Urauff\u00fchrung: nicht dokumentiert Erstausgabe: Artaria, Wien, 1788 Aus der Besch\u00e4ftigung mit den diversen zu Mozarts Zeit verwendeten &#8220;ungleichschwebenden Temperaturen&#8221; wissen wir, da\u00df C-Dur zu den klassischen &#8220;akkordischen&#8221; Tonarten geh\u00f6rt. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[4],"tags":[],"class_list":{"0":"post-529","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","6":"category-klaviertrios-klavier-violine-und-violoncello","7":"entry"},"translation":{"provider":"WPGlobus","version":"3.0.1","language":"en","enabled_languages":["de","en"],"languages":{"de":{"title":true,"content":true,"excerpt":false},"en":{"title":false,"content":false,"excerpt":false}}},"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/529","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=529"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/529\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":530,"href":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/529\/revisions\/530"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=529"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=529"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=529"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}