{"id":521,"date":"2019-02-13T17:16:22","date_gmt":"2019-02-13T16:16:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www2.altenbergtrio.at\/?p=521"},"modified":"2019-02-13T17:16:27","modified_gmt":"2019-02-13T16:16:27","slug":"mozart-divertimento-a-3-per-cembalo-violino-e-violoncello-b-dur-kv-254","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/mozart-divertimento-a-3-per-cembalo-violino-e-violoncello-b-dur-kv-254\/","title":{"rendered":"Mozart: Divertimento \u00e0 3 per cembalo, violino e violoncello [B-Dur, KV 254]"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wolfgang Amadeus Mozart<\/h3>\n\n\n\n<p>* 27. J\u00e4nner 1756<br>\u2020 05. Dezember 1791<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Divertimento  \u00e0 3 per cembalo, violino e violoncello [B-Dur, KV 254]<\/h3>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td>Komponiert:<\/td><td>Salzburg, August 1776<\/td><\/tr><tr><td>Urauff\u00fchrung:<\/td><td>nicht dokumentiert; <br>\nerste dokumentierte Auff\u00fchrung: <br>\nM\u00fcnchen, &#8220;Zum schwarzen Adler&#8221; (Frauenplatz 4), 4. Oktober 1777 <br>\nWolfgang Amadeus Mozart, Cembalo <br>\nCharles Albert Dupreille (1728-1796), Violine <br>\n?, Violoncello <br>\n<\/td><\/tr><tr><td>Erstausgabe:<\/td><td>Heina, Paris, 1778<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p>Das erste vollg\u00fcltige Werk der Gattung Klavierkammermusik im Oeuvre  Mozarts ist eine Frucht jener gl\u00fccklichen Z\u00e4sur in Mozarts bewegtem  Leben, welche ihm zwischen den ausgedehnten und anstrengenden Reisen  seiner Kindheit und dem gro\u00dfen Parisabenteuer, also zwischen September  1773 und September 1777 im Kreis seiner Familie in Salzburg verg\u00f6nnt  war. Diese Periode ist es vor allem, auf die sich die zahllosen  Anekdoten vom vorlauten und st\u00e4ndig zu mitunter recht derben Sp\u00e4ssen  aufgelegten Wolferl beziehen, der etwa das hochanst\u00e4ndige Tagebuch  seiner Schwester mit allerlei verbalem Unflat bereicherte &#8211; aus dem  Blickwinkel des 19.Jahrhunderts ein irritierender Zug, der, ebenso wie  die Unverbl\u00fcmtheit der B\u00e4sle-Briefe, so gar nicht in das engelhaft  verkl\u00e4rte Bild des Meisters passen wollte. Und eben dieser &#8220;Flegel&#8221;  Mozart ist es, der uns in den Ecks\u00e4tzen (Allegro assai. \/ Rondeaux.  Tempo di Menuetto) des B-Dur-Divertimentos entgegentritt: niemals ist er  um eine unerwartete Wendung, um ein den Zuh\u00f6rer schalkhaft  desorientierendes Detail verlegen, und doch flie\u00dft alles so nat\u00fcrlich,  da\u00df man hinterher jedesmal meint, es habe gar nicht anders kommen  k\u00f6nnen. Der Mittelsatz, den diese beiden vitalen Kabinettst\u00fccke umrahmen  (Adagio, Es-Dur), ist in denkbar gro\u00dfem Kontrast dazu ein herzinniges,  im besten Wortsinn &#8220;empfindsames&#8221; St\u00fcck, das auch als eine Reverenz an  den verehrten Vorl\u00e4ufer Mozarts Carl Philipp Emanuel Bach verstanden  werden k\u00f6nnte. <br> <br> Mozart selbst scheint sich der Qualit\u00e4ten seines Trio-Erstlings wohl  bewu\u00dft gewesen zu sein, denn es geh\u00f6rt zu jenen ausgew\u00e4hlten Werken, die  er w\u00e4hrend seines Parisaufenthaltes dort in Druck geben lie\u00df. <br> <br> \u00dcber die Urauff\u00fchrung des Werkes ist nichts bekannt. Bei der fr\u00fchesten  nachweisbaren Auff\u00fchrung in einer Privat-Akademie, die Mozart am  &#8220;Hochfeyerlichen Nammens-tag seiner k\u00f6niglichen Hoheit des Erzherzogs  Albrecht&#8221; auf der Reise nach Paris in seinem M\u00fcnchner Quartier  veranstaltete, hatte er jedenfalls keinen Grund zur Freude. (Zum Troste  heutiger Konzertbesucher: Diese &#8220;kleine accademie&#8221; &#8220;fienge um halbe 4  Uhr an, und endigte sich um 8 uhr&#8221;!) Der M\u00fcnchner Orchestergeiger und  Tartini-Sch\u00fcler Charles Albert Dupreille (1728-1796), den Mozart dazu  eingeladen hatte, ver\u00e4rgerte den Meister schon im ersten Werk des  Programms: &#8220;&#8230;mir war sehr leid, ich h\u00f6rte ihn kaum; er war nicht im  stande 4 t\u00e4cte fort zu geigen ohne zu fehlen. Er fand keine applicatur.  Mit die sospirs war er gar nicht gut fre\u00fcnd. Das beste war da\u00df er sehr  h\u00f6flich gewesen&#8230;&#8221; Beim anschlie\u00dfenden Divertimento wurde es dann noch  bunter: &#8220;dann spiellte ich&#8230; da\u00df Trio von mir. Das war gar sch\u00f6n  accompagnirt. In Adagio habe ich 6 tact seine Rolle spiellen m\u00fcssen.&#8221; <br> <br> \u00dcber eine sehr viel befriedigendere Auff\u00fchrung des Werkes hingegen  konnte Leopold Mozart seinem Sohn einige Zeit sp\u00e4ter, am 26. J\u00e4nner  1778, nach Mannheim berichten, wohin dieser in der Zwischenzeit  weitergereist war. Der Geiger Anton Janitsch und der Cellist Joseph  Reicha, die Wolfgang wenige Wochen zuvor in Hohenaltheim am Hofe des  F\u00fcrsten Kraft Ernst von \u00d6ttingen-Wallerstein kennengelernt hatte,  besuchten Vater Mozart in Salzburg &#8211; nicht zuletzt wohl, um ihm \u00fcber das  n\u00e4rrische Benehmen seines Sohnes zu berichten (der freilich postwendend  beteuert, immer &#8220;ganz serios&#8221; gewesen zu sein). Bei dieser Gelegenheit  konnten sie einige von Mozarts Kompositionen h\u00f6ren, \u00fcber die sie in  gro\u00dfes Erstaunen gerieten und ausriefen: &#8220;&#8230;.das heist recht gr\u00fcndlich  Componiert! Sie accompagnierten dann der Nannerl dein Trio f\u00fcrs Clavier  ex B recht recht vortrefflich&#8221;. Das ist das letzte Mal, da\u00df wir zu  Mozarts Lebzeiten von dem Werk h\u00f6ren &#8211; nicht ganz eineinhalb Jahre nach  der Komposition war es f\u00fcr seinen Autor wohl schon &#8220;neiges d&#8217;antan&#8221;  geworden. <br><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\">\u00a9 by Claus-Christian Schuster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wolfgang Amadeus Mozart * 27. J\u00e4nner 1756\u2020 05. Dezember 1791 Divertimento \u00e0 3 per cembalo, violino e violoncello [B-Dur, KV 254] Komponiert: Salzburg, August 1776 Urauff\u00fchrung: nicht dokumentiert; erste dokumentierte Auff\u00fchrung: M\u00fcnchen, &#8220;Zum schwarzen Adler&#8221; (Frauenplatz 4), 4. 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