{"id":501,"date":"2019-02-13T16:40:49","date_gmt":"2019-02-13T15:40:49","guid":{"rendered":"http:\/\/www2.altenbergtrio.at\/?p=501"},"modified":"2019-02-13T16:40:55","modified_gmt":"2019-02-13T15:40:55","slug":"juon-trio-nr-3-g-dur-op-60","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/juon-trio-nr-3-g-dur-op-60\/","title":{"rendered":"Juon: Trio [Nr.3] G-Dur op.60"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Paul Juon<\/h3>\n\n\n\n<p>* 23. Februar 1872<br>\u2020 21. August 1940<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Trio [Nr.3] G-Dur op.60<\/h3>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td>Komponiert:<\/td><td>Berlin, 1914\/15<\/td><\/tr><tr><td>Widmung:<\/td><td>Herrn &amp; Frau Julius H. Block<\/td><\/tr><tr><td>Erstausgabe:<\/td><td>Zimmermann, Leipzig, 1915<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p>Die suggestive Kraft der in der Trio-Caprice op.39 beschworenen  Bilder wirkt sogar noch in dem sieben Jahre sp\u00e4ter (1915) erschienenen  und dem Ehepaar J. H. Block gewidmeten dritten Klaviertrio nach: Im  zweiten Satze, der sicher zu den reifsten und tiefsten Momenten des  Juonschen Oeuvres z\u00e4hlt, erscheint ein nahezu w\u00f6rtliches Zitat des  Anfangs von op.39. Ansonsten ist dieses Werk aber eher dem ersten  Klaviertrio verwandt, dessen Grundz\u00fcge wir hier &#8211; reifer, voller und  reicher &#8211; wiederfinden. <br> <br> Das er\u00f6ffnende Moderato assai (G-Dur) ist wie der analoge Satz von op.17  ein &#8220;regelm\u00e4\u00dfiger&#8221; Sonatenhauptsatz, und wie dort gewinnt Juon ein  Gutteil der koloristischen Wirkung aus einem ungew\u00f6hnlichen tonalen  Verh\u00e4ltnis zwischen Haupt- und Seitensatz, der hier in fis-moll steht.  Die Durchf\u00fchrung ist diesmal weit knapper, weniger &#8220;gelehrt&#8221; und  wesentlich klangsinnlicher. In der Reprise werden die  Tonartenbeziehungen dann &#8220;zurechtgebogen&#8221;, und zwar, ganz &#8220;\u00e0 la Reger&#8221;,  durch eine geschickt plazierte Halbtonr\u00fcckung, die den Seitensatz jetzt  in g-moll m\u00fcnden l\u00e4\u00dft. <br> <br> Da\u00df aber das urspr\u00fcngliche fis-moll keine willk\u00fcrliche Laune war,  erhellt aus dem folgenden Andante cantabile (h-moll), einem dreiteiligen  Liedsatz, in dem der Dominantton Fis Ausgangs- und unverr\u00fcckbarer  Mittelpunkt des Geschehens ist (besonders deutlich etwa am Beginn der  Reprise und bei der abschlie\u00dfenden Offenlegung des oben erw\u00e4hnten &#8220;G\u00f6sta  Berling&#8221;-Zitates, dem eine sphinxhafte Beschw\u00f6rungsformel vorangeht).  Die Harmonik des Satzes ist sehr unkonventionell und pers\u00f6nlich, ohne je  gesucht oder diffus zu wirken. Die naive und gef\u00e4llige Sprache des  Mittelsatzes von op.17 liegt weit hinter uns: Von keinem anderen Punkt  des Werkes aus l\u00e4\u00dft sich die von Juon in diesen eineinhalb Jahrzehnten  zur\u00fcckgelegte Wegstrecke besser \u00fcberblicken. <br> <br> Zweifellos am n\u00e4chsten zur folkloristischen Welt von Juons Trioerstling  kommen wir mit dem Finalrondo (Risoluto, ma non troppo allegro,  g-moll\/G-Dur). Auch hier geben die modalen Eigenwilligkeiten des  ostslawischen Volksliedes den Hintergrund ab, vor dem sich ein launiges  Spiel von ansteckendem \u00dcbermut entspinnt. An die Stelle der  volksliedhaften Treuherzigkeit ist hier aber das Raffinement  selbstironischen Esprits getreten, dem es auch nicht fernliegt, etwa im  Scheinfugato der Mittelepisode mit aller Schalkhaftigkeit Brahms zu  zitieren (das Incipit des Scherzos aus dem B-Dur-Streichsextett op.18).  So endet das Werk schlie\u00dflich mit jener doppelb\u00f6dig mutwilligen  Ausgelassenheit, die sich vielleicht nicht besser ausdr\u00fccken l\u00e4\u00dft als  mit einem un\u00fcberh\u00f6rbaren Anklang an das altbekannte wienerische &#8220;O du  lieber Augustin&#8221; &#8211; ein makabrer Kontrapunkt zu dem Inferno, in das  Europa zur Zeit der Entstehung des Werkes schon geschlittert war. <br><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\">\u00a9 by Claus-Christian Schuster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paul Juon * 23. Februar 1872\u2020 21. August 1940 Trio [Nr.3] G-Dur op.60 Komponiert: Berlin, 1914\/15 Widmung: Herrn &amp; Frau Julius H. Block Erstausgabe: Zimmermann, Leipzig, 1915 Die suggestive Kraft der in der Trio-Caprice op.39 beschworenen Bilder wirkt sogar noch in dem sieben Jahre sp\u00e4ter (1915) erschienenen und dem Ehepaar J. H. 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