{"id":497,"date":"2019-02-13T16:39:16","date_gmt":"2019-02-13T15:39:16","guid":{"rendered":"http:\/\/www2.altenbergtrio.at\/?p=497"},"modified":"2019-02-13T16:39:27","modified_gmt":"2019-02-13T15:39:27","slug":"juon-trio-nr-1-a-moll-op-17","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/juon-trio-nr-1-a-moll-op-17\/","title":{"rendered":"Juon: Trio [Nr.1] a-moll op.17"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Paul Juon<\/h3>\n\n\n\n<p>* 23. Februar 1872<br>\u2020 21. August 1940<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Trio [Nr.1] a-moll op.17<\/h3>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td>Komponiert:<\/td><td>Berlin, um 1900<\/td><\/tr><tr><td>Urauff\u00fchrung:<\/td><td>? Krefeld, K\u00f6nigsburg, 10. Juni 1902<br>\n(38. Tonk\u00fcnstlerfest des ADMV)<br>\nOtto Neitzel (1852-1920), Klavier<br>\nCarl Halir (1859-1909), Violine<br>\nHugo Dechert (1860-1923), Violoncello<\/td><\/tr><tr><td>Erstausgabe:<\/td><td>Schlesinger, Berlin, 1901<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p>Das erste von insgesamt sechs Klaviertrios Paul Juons wurde 1901 in  Berlin vollendet; es bildet in gewissem Sinne den H\u00f6hepunkt und Abschlu\u00df  der &#8220;russischen&#8221; Periode Juons. Vor allem in den Ecks\u00e4tzen herrscht der  Ton des ostslawischen Volksliedes mit all seinen Charakteristika  (Quarten- und Quintenmotivik, modale Harmonik usw.) v\u00f6llig  unangefochten. <br> <br> Der erste Satz (Allegro, a-moll) spielt mit zwei kontrastierenden  Varianten ein und des selben Themas in verschiedener rhythmischer  Gestalt. Das Seitenthema und die daraus entwickelte Codetta versucht  erst gar nicht, sich dem \u00dcbergewicht dieses Hauptthemas  entgegenzustellen: es besteht aus kleinr\u00e4umigen, t\u00e4nzerischen Motiven,  die auf elegante Weise kontrapunktisch verflochten werden. Dieses etwas  ungew\u00f6hnliche dramaturgische Verh\u00e4ltnis zwischen Haupt- und Seitenthema  wird noch durch die unerwartete Tonart der Seitenthemengruppe (G-Dur)  akzentuiert; freilich ist auch das &#8220;a-moll&#8221; des Hauptthemas viel eher  ein slawischer Volksliedmodus, soda\u00df das Tonartverh\u00e4ltnis sich ganz  ungek\u00fcnstelt aus dem thematischen Material ergibt. Von diesen  Besonderheiten abgesehen entwickelt sich der Satz ganz streng nach den  Regeln der Sonatenhauptsatzform. <br> <br> Das Adagio non troppo (C-Dur) kombiniert ein modal gef\u00e4rbtes Liedthema  mit recht verbl\u00fcffenden Gegenstimmen und schlie\u00dflich mit einem  hochromantisch chromatisierten Nebengedanken, der in fast theatralische  Deklamation m\u00fcndet. Diese mitunter irritierende Ambivalenz der  musikalischen Sprache, in der Schlichtheit und Pathos so eng ineinander  verwoben sind, ist ganz typisch f\u00fcr die Epoche und geh\u00f6rt zu jenen  Stilmerkmalen, die die \u00dcbertragung des Begriffes &#8220;Jugendstil&#8221; auf die  Musik als gerechtfertigt erscheinen lassen. <br> <br> Ein Rondo (Allegro, a-moll\/A-Dur) bildet den Abschlu\u00df des in seinen  Dimensionen und Formen bewu\u00dft knapp gehaltenen Werkes. Auch in diesem  t\u00e4nzerischen Kehraus herrscht wieder ein unbek\u00fcmmert folkloristischer  Ton; das Ritornell ist (bei v\u00f6lliger \u00c4nderung des Grundcharakters) in  Modus und Duktus aus dem Hauptthema des ersten Satzes entwickelt. Von  den beiden Episoden ist die erste ganz &#8220;\u00e0 la Borodin&#8221; erfunden, w\u00e4hrend  die zweite auf eine walzerselige Apotheose hin angelegt ist, die in der  Coda durch widerspenstige Ritornell-Zitate nicht gest\u00f6rt, sondern nur  noch gesteigert wird. <br><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\">\u00a9 by Claus-Christian Schuster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paul Juon * 23. Februar 1872\u2020 21. August 1940 Trio [Nr.1] a-moll op.17 Komponiert: Berlin, um 1900 Urauff\u00fchrung: ? Krefeld, K\u00f6nigsburg, 10. Juni 1902 (38. 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