{"id":493,"date":"2019-02-13T16:37:40","date_gmt":"2019-02-13T15:37:40","guid":{"rendered":"http:\/\/www2.altenbergtrio.at\/?p=493"},"modified":"2019-02-13T16:37:49","modified_gmt":"2019-02-13T15:37:49","slug":"hummel-trio-nr-4-g-dur-op-65","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/hummel-trio-nr-4-g-dur-op-65\/","title":{"rendered":"Hummel: Trio Nr.4, G-Dur, op.65"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Johann Nepomuk Hummel<\/h3>\n\n\n\n<p>* 14. November 1778<br>\u2020 17. Oktober 1837<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Trio Nr.4, G-Dur, op.65<\/h3>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td>Komponiert:<\/td><td>Wien, 1814<\/td><\/tr><tr><td>Erstausgabe:<\/td><td>Artaria, Wien, 1816<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p>Johann Nepomuk Hummel entstammt einer fr\u00e4nkischen Familie, die in  Nieder\u00f6sterreich ans\u00e4ssig geworden war. Sein Vater war Musiker und  wirkte in verschiedenen Stellungen an Theatern in Wien und Pre\u00dfburg.  1785 kam die Familie nach Wien, wo Mozart auf den Knaben aufmerksam  wurde und ihn zwei Jahre lang unterrichtete; zeitweise soll Hummel auch  in Mozarts Haushalt gewohnt haben. Mit 9 Jahren deb\u00fctierte er  erfolgreich in Dresden und trat kurz darauf in Begleitung seines Vaters &#8211;  ganz nach bew\u00e4hrtem Mozartschen Muster &#8211; eine ausgedehnte Konzertreise  an, die ihn durch B\u00f6hmen, Norddeutschland, D\u00e4nemark und Schottland nach  London f\u00fchrte, wo Haydn sich seiner annahm. Die Wirren der Franz\u00f6sischen  Revolution verhinderten die geplante Weiterreise nach Frankreich und  Spanien. 1793 kehrte er nach Wien zur\u00fcck, wo er &#8211; wie Beethoven &#8211; bei  Albrechtsberger, Salieri und Haydn studierte. Auf dessen Empfehlung hin  konnte er schlie\u00dflich 1804 die Leitung der F\u00fcrst Esterhazyschen Kapelle  in Eisenstadt \u00fcbernehmen; aus dieser Stelle wurde er 1811 wegen allzu  h\u00e4ufiger Vernachl\u00e4ssigung seines Dienstes entlassen. Nach Wien  zur\u00fcckgekehrt wirkte er hier als Musiklehrer und heiratete 1813 die  S\u00e4ngerin Elisabeth R\u00f6ckel, der Schwester von Beethovens Freund (und  erstem Florestan) Joseph August R\u00f6ckel. Im Jahre 1816 folgte er  schlie\u00dflich einer Berufung nach Stuttgart, das er schon nach zwei f\u00fcr  ihn recht unerquicklichen Jahren wieder verlie\u00df, um in Weimar die Stelle  eines Gro\u00dfherzoglichen Kapellmeisters zu \u00fcbernehmen, die er dann bis zu  seinem Tode bekleiden sollte. <br> <br> Als Pianist und Dirigent war Hummel ebenso wie als Komponist eine der  repr\u00e4sentativsten Pers\u00f6nlichkeiten des Vorm\u00e4rz. Zusammen mit Ignaz  Moscheles gilt er als der letzte bedeutende Vertreter der von Mozart  ausgehenden Wiener Schule des Klavierspiels. Seine Konzertreisen f\u00fchrten  ihn regelm\u00e4\u00dfig in alle europ\u00e4ischen Musikzentren zwischen St.  Petersburg und London. Den gr\u00f6\u00dferen Teil des XIX. Jahrhunderts hindurch  geh\u00f6rten seine Werke zum zentralen Bestandteil des Klavier- und  Kammermusikrepertoires, wie sich auch an den h\u00e4ufigen Neuausgaben seiner  Werke in diesem Zeitraum ablesen l\u00e4\u00dft. Die insgesamt 8 Klaviertrios  (unser Werk w\u00e4re genau genommen, d.h. unter Einbeziehung der Sonate op.2  Nr.1, eigentlich Nr.5) waren vor allem in den b\u00fcrgerlichen Musiksalons  beliebt. <br> <br> Das Trio in G-Dur op.65 ist eines der letzten in Wien geschriebenen  Werke Hummels. Es ist unter seinen Trios auch das letzte, das unbeirrt  und nicht ohne pers\u00f6nlichen Charme am Idiom der Klaviertrios Haydns und  Mozarts festh\u00e4lt. Wenn man sich vor Augen h\u00e4lt, da\u00df Beethoven zur  gleichen Zeit letzte Hand an sein op.97 legte, wird das  Auseinanderklaffen von Zeitstil und Geniestil besonders deutlich. Man  k\u00f6nnte sagen, Hummels Trio sei ein Vierteljahrhundert zu sp\u00e4t  geschrieben worden. Doch wird man der Eigenart dieses h\u00fcbschen Werkes  nicht wirklich gerecht, wenn man es nur unter dieser Perspektive sehen  wollte. &#8220;So mu\u00dft du sein, dir kannst du nicht entfliehen&#8230; Und keine  Zeit und keine Macht zerst\u00fcckelt \/ Gepr\u00e4gte Form die lebend sich  entwickelt.&#8221; schreibt Goethe (&#8220;Urworte. Orphisch&#8221;, Oktober 1817), zu dem  Hummel wenige Jahre sp\u00e4ter in engere Beziehungen treten sollte. Auf die  &#8220;Epigonen&#8221; und &#8220;Kleinmeister&#8221; der nachklassischen Zeit angwendet, w\u00e4re  es ungerecht und oberfl\u00e4chlich, nicht auch in den Schranken ihres  Soseins die Kraft einer pers\u00f6nlichen Entwicklung zu erkennen und  anzuerkennen, wo immer und wie immer sie sich manifestiert. <br> <br> Der recht knappe Kopfsatz (Allegro con spirito, G-Dur) verarbeitet eine  Vielzahl von Ideen auf sehr pr\u00e4gnante und gekonnte Weise; besonders  originell ist die Durchf\u00fchrung, die eigentlich nichts weiter als eine  sehr komisch inszenierte R\u00fcckf\u00fchrung zur Reprise darstellt,  charakteristisch und auff\u00e4llig auch das formale und emotionale  \u00dcbergewicht des Seitensatzes &#8211; auch in diesem durch und durch  klassizistischen Idiom ein unverkennbar fr\u00fchromantischer Zug. <br> <br> Das Andante grazioso (C-Dur) ist zwar sehr schlicht, aber von etwas  ungew\u00f6hnlicher Form: es ist eine durch vollst\u00e4ndige Eliminierung der  Durchf\u00fchrung auf die Bed\u00fcrfnisse eines lyrischen Intermezzos  zurechtgestutzte Sonatenhauptsatzform, deren zwei Themen folgerichtig  auch in keiner dialektischen Spannung zueinander stehen. Man hat den  Eindruck, einen Doppelvariationensatz zu h\u00f6ren, der nur aus dem Thema  und einer einzigen Variation besteht &#8211; ein charmantes und ganz  pers\u00f6nliches Postscriptum zur Welt des klassischen Andante. <br> <br> Den Abschlu\u00df bildet ein ebenso brillantes wie rasantes Rondo. Vivace  assai e scherzando (G-Dur). Es ist in jener lockeren Mischform zwischen  Rondo und Sonatensatz geschrieben, die dem Zwang zur allzu h\u00e4ufigen  Wiederholung des Ritornells geschickt ausweicht; die drei Themen sind  farbig und sicher charakterisiert, an einer Stelle klingt ganz deutlich  die so beliebte Janitscharenmusik durch, und auch sonst ist alles getan,  um Spieler und H\u00f6rer bei guter Laune zu halten<br><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\">\u00a9 by Claus-Christian Schus<a rel=\"noreferrer noopener\" href=\"http:\/\/www.dacameradata.at\/texte\/\" target=\"_blank\">ter<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Johann Nepomuk Hummel * 14. 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