{"id":397,"date":"2019-02-12T19:15:36","date_gmt":"2019-02-12T18:15:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www2.altenbergtrio.at\/?p=397"},"modified":"2019-02-12T19:15:43","modified_gmt":"2019-02-12T18:15:43","slug":"czerny-premier-grand-trio-pour-piano-violon-et-violoncelle-ou-cor-trio-nr-1-es-dur-oeuvre-105-me","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/czerny-premier-grand-trio-pour-piano-violon-et-violoncelle-ou-cor-trio-nr-1-es-dur-oeuvre-105-me\/","title":{"rendered":"Czerny: Premier Grand Trio pour Piano, Violon et Violoncelle ou Cor&#8230; (Trio Nr. 1, Es-Dur) Oeuvre 105.me"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Carl Czerny<\/h3>\n\n\n\n<p>* 21. Februar 1791<br>\u2020 15. Juli 1857<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Premier Grand Trio pour Piano, Violon et Violoncelle ou Cor&#8230; (Trio Nr. 1, Es-Dur) Oeuvre 105.me<\/h3>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td>Komponiert:<\/td><td>Wien, vor 1827<\/td><\/tr><tr><td>Urauff\u00fchrung:<\/td><td>nicht dokumentiert<\/td><\/tr><tr><td>Erstausgabe:<\/td><td>Berlin: Schlesinger, 1827<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p><em>komponiert: Wien, vor 1827<br> Urauff\u00fchrung: nicht dokumentiert<br> Erstausgabe: Schlesinger, Berlin, 1827<\/em><br> <br> Das erste von vier \u201egro\u00dfen\u201c und zwei \u201ekleinen\u201c Klaviertrios in Czernys  endlosem Werkkatalog wurde im Schicksalsjahr 1827 \u2013 dem Todesjahr von  Czernys Mutter und Beethovens \u2013 vom Berliner Verleger Adolph Martin  Schlesinger, der wenige Jahre zuvor auch Beethovens letzte drei  Klaviersonaten ver\u00f6ffentlicht hatte, mit einem ger\u00fcttelt Ma\u00df an Lieb-  und Sorglosigkeit zum Druck bef\u00f6rdert: Es wird schwer sein, einen so  gr\u00fcndlich von Druck- und Lesefehlern entstellten Text zu finden, und die  genaue Reproduktion des abgedruckten Textes w\u00e4re ganz gut geeignet  gewesen, die Zuh\u00f6rer auf die abstrusesten Kakophonien damals noch in  weiter Ferne liegender Zeiten vorzubereiten. Da das im Archiv der  Gesellschaft der Musikfreunde aufbewahrte Exemplar dieser bis in die  allerj\u00fcngste Vergangenheit einzigen Ausgabe des Werkes keinerlei  korrigierende Anmerkungen enth\u00e4lt, darf man getrost annehmen, da\u00df aus  ihm niemals ernsthaft gespielt wurde \u2013 ein Schicksal, das bis in die  j\u00fcngste Vergangenheit die allermeisten Drucke der Kammermusikwerke  Czernys teilen.<br>   <br> Nicht ganz gew\u00f6hnlich \u2013 und stilgeschichtlich bezeichnend \u2013 ist die  Tatsache, da\u00df der Autor als alternative Besetzungsm\u00f6glichkeit genau jene  Instrumentalkombination angibt, die Johannes Brahms einige Jahrzehnte  sp\u00e4ter f\u00fcr sein Trio op. 40 w\u00e4hlen wird, mit dem Czernys Trioerstling  auch die Tonart (sonst aber kaum etwas) gemeinsam hat. Jedenfalls  unterstreicht dieser Umstand die ideelle Zugeh\u00f6rigkeit des Werkes zur  Welt der Romantik, der ja das Waldhorn geradezu emblematisches  Instrument war. (Der Hornklang begleitet etwa den Leser Eichendorffscher  Prosa fast st\u00e4ndig.)<br> <br> Der sehr breit angelegte erste Satz des Trios (<strong>Allegro<\/strong>) f\u00fcllt das  sogenannte \u201eklassische Sonatensatzschema\u201c mit liedhaft erfundenen  Themen und \u00fcberreichen Figurationen aus. Eine ausgepr\u00e4gte Vorliebe f\u00fcr  Trugschl\u00fcsse und (sub)mediantische Ausweichungen gibt vor allem der  modulatorisch weitschweifigen Durchf\u00fchrung ein durchaus romantisches  Gepr\u00e4ge.<br> <br> Daran, da\u00df Czerny fast auf den Tag genau ein Jahr \u00e4lter als Rossini war,  wird man Mittelsatz des Werkes, einem ganz im Belcanto-Stil ersonnenen <strong>Adagio<\/strong>  (As-Dur), erinnert. Fiorituren und Cadenzen, cantable Verzierungen und  melodisches Rankenwerk bereichern und schm\u00fccken den breiten Flu\u00df des  schlichten Arienthemas, das \u00fcbrigens mit dem Hauptthema des Kopfsatzes  die auff\u00e4llige Bevorzugung ansteigender Sext-, Oktav- und  Dezimintervalle gemeinsam hat.<br> <br> Ganz launig und biedermeierlich verspielt gibt sich hingegen das vielgliedrige <strong>Finale (Rondo. Allegro scherzando)<\/strong>,  das deutliche Parallelen zu den analogen S\u00e4tzen der etwa gleichzeitig  entstandenen Trios von Czernys Kollegen Joseph Mayseder (1789-1863)  erkennen l\u00e4\u00dft. Der Satz kann als ein \u00fcberaus typisches Beispiel jenes  Lebens- und Musizierstils gelten, der in Beethovens Todesjahr in Wien  geherrscht haben mag. Die freiere Form des Rondos und die hier gebotene  M\u00f6glichkeit, eine Vielzahl von Motivstr\u00e4ngen miteinander zu verweben,  kamen Czerny entgegen: Denn wie sein gro\u00dfes Vorbild Beethoven pflegte er  jeden auch noch so unscheinbaren musikalischen Einfall in st\u00e4ndig  mitgef\u00fchrte Notizb\u00fccher einzutragen; in seinen nachgelassenen  Skizzenb\u00fcchern fanden sich rund 10.000 Themen. Auch in diesem Finalsatz  ist sp\u00fcrbar, da\u00df es Czerny an manchem mangelte, was er an Beethoven  bewundert haben mag, ganz sicher aber nicht an brauchbaren und  eing\u00e4ngigen musikalischen Einf\u00e4llen \u2013 und das ist doch mehr, als man von  vielen weit h\u00f6her gesch\u00e4tzten Komponisten der Vergangenheit und  Gegenwart behaupten kann.<br><\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\">\u00a9 by Claus-Christian Schuster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carl Czerny * 21. Februar 1791\u2020 15. 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