{"id":359,"date":"2019-02-12T18:49:10","date_gmt":"2019-02-12T17:49:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www2.altenbergtrio.at\/?p=359"},"modified":"2019-02-12T18:49:18","modified_gmt":"2019-02-12T17:49:18","slug":"beethoven-allegretto-b-dur-woo-39","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/beethoven-allegretto-b-dur-woo-39\/","title":{"rendered":"Beethoven: Allegretto B-Dur WoO.39"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Ludwig van Beethoven<\/h3>\n\n\n\n<p>* 16. Dezember 1770<br>\u2020 26. M\u00e4rz 1827<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Allegretto B-Dur WoO.39<\/h3>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td>Komponiert:<\/td><td>Wien, 26.Juni 1812<\/td><\/tr><tr><td>Widmung:<\/td><td>Maximiliane von Brentano<\/td><\/tr><tr><td>Urauff\u00fchrung:<\/td><td>nicht dokumentiert<\/td><\/tr><tr><td>Erstausgabe:<\/td><td>Dunst, Frankfurt am Main, 1830<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p>Beethoven schrieb das Allegretto in B-Dur im Juni 1812 f\u00fcr seine  &#8220;kleine Freundin&#8221; Maximiliane von Brentano, die gerade zehnj\u00e4hrige  Tochter von Bettinas Bruder Franz, die mit ihren Eltern das  &#8220;Birkenstocksche Haus&#8221; in der Erdbergstra\u00dfe bewohnte. Bettina von  Brentano beschreibt diesen idyllischen Haushalt, in dem Beethoven mit  Vorliebe Zuflucht suchte, in einem Brief an Goethe vom 15.Mai 1810: <br> <br> &#8220;&#8230; Ein ungeheurer Maiblumenstrau\u00df durchduftet mein kleines Cabinet,  wir ist wohl hier im engen kleinen K\u00e4mmerchen auf dem alten Thurm wo ich  den ganzen Prater \u00fcbersehe: B\u00e4ume und B\u00e4ume von majest\u00e4tischem Ansehen,  herrlicher gr\u00fcner Rasen. Hier wohne ich im Haus des verstorbenen  Birkenstock, mitten zwischen zweitausend Kupferstichen, eben so viel  Handzeichnungen, so viel hundert alten Aschenkr\u00fcgen und hetrurischen  Lampen, Marmorvasen, antiken Bruchst\u00fccken von H\u00e4nden und F\u00fc\u00dfen,  Gem\u00e4lden, chinesischen Kleidern, M\u00fcnzen, Steinsammlungen, Meerinsekten,  Ferngl\u00e4sern, unz\u00e4hlbare Landkarten, Plane alter versunkener Reiche und  St\u00e4dte, kunstreich geschnitzte St\u00f6cke, kostbare Dokumente und endlich  das Schwert des Kaisers Karolus. Dies alles umgibt uns in bunter  Verwirrung und soll gerade in Ordnung gebracht werden, da ist denn  nichts zu ber\u00fchren und zu verstellen, die Kastanienallee in voller  Bl\u00fcthe und die rauschende Donau die uns hin\u00fcbertr\u00e4gt auf ihrem R\u00fccken,  da kann man es im Kunstsaal nicht aushalten&#8230;&#8221; <br> <br> Man k\u00f6nnte diesen kleinen, vertr\u00e4umten Triosatz f\u00fcr eine musikalische  Illustration dieses Briefes nehmen &#8211; da ist der Blick in die bl\u00fchenden  Rasumowsky-G\u00e4rten, weiter \u00fcber den Donaukanal den Praterauen zu, und  \u00fcber allem ein mildes Fr\u00fchsommerlicht. In die Klavierstimme f\u00fcr  Maximiliane schrieb Beethoven: &#8220;Zur Aufmunterung im Klavierspielen&#8221;.  Diesem p\u00e4dagogischen Zwecke dient auch der eigenh\u00e4ndige, sorgf\u00e4ltig  ausgearbeitete Fingersatz Beethovens, der sowohl in rein  pianistisch-handwerklicher als auch in stilistisch-artikulatorischer  Hinsicht bemerkenswert und aufschlu\u00dfreich ist. Jedenfalls scheint die  &#8220;Aufmunterung&#8221; Erfolg gehabt zu haben &#8211; zehn Jahre sp\u00e4ter kann Beethoven  dem jungen M\u00e4dchen die Klaviersonate in E-Dur op.109 widmen, ein Werk,  das pianistisch nicht eben anspruchslos genannt werden kann. <br> <br> Czerny h\u00f6rte von Hofrat Witteschek, da\u00df die kleine Maxe Beethoven  einmal, &#8220;als er eben sehr erhitzt war, in kindischem Muthwillen eine  Flasche eiskaltes Wasser unversehens \u00fcber den Kopf sch\u00fcttete. Von da an  entwickelte sich sein krankhafter Zustand bis zur v\u00f6lligen Taubheit.&#8221;  Schon Schindler zweifelte die Richtigkeit dieser \u00dcberlieferung an, und  wir d\u00fcrfen wohl annehmen, da\u00df das so reich beschenkte M\u00e4dchen an  Beethovens Taubheit ganz unschuldig war&#8230; <br> <\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\">\u00a9 by Claus-Christian Schuster<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ludwig van Beethoven * 16. Dezember 1770\u2020 26. 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