{"id":291,"date":"2019-02-12T14:21:24","date_gmt":"2019-02-12T13:21:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www2.altenbergtrio.at\/?p=291"},"modified":"2019-02-12T14:21:29","modified_gmt":"2019-02-12T13:21:29","slug":"batik-vier-intermezzi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.altenbergtrio.at\/en\/batik-vier-intermezzi\/","title":{"rendered":"Batik: Vier Intermezzi"},"content":{"rendered":"\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Roland Batik<\/h3>\n\n\n\n<p>* 19. August 1951<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Vier Intermezzi<\/h3>\n\n\n\n<table class=\"wp-block-table\"><tbody><tr><td>Komponiert:<\/td><td>Seibersdorf, J\u00e4nner-M\u00e4rz 2001<\/td><\/tr><tr><td>Widmung:<\/td><td>Altenberg Trio Wien<\/td><\/tr><tr><td>Urauff\u00fchrung:<\/td><td>Wien, Musikverein, Brahmssaal, 3. April 2001<br>\nAltenberg Trio Wien<br>\nClaus-Christian Schuster, Klavier<br>\nAmiram Ganz, Violine<br>\nMartin Hornstein, Violoncello<\/td><\/tr><tr><td>Erstausgabe:<\/td><td>Manuskript<\/td><\/tr><\/tbody><\/table>\n\n\n\n<p>Die Krise der Darmst\u00e4dter \u00c4sthetik (deren zeitliche N\u00e4he zum omin\u00f6sen\n Jahr 1968 wohl nicht ganz zuf\u00e4llig ist) ging Hand in Hand mit einer \nganzen Reihe von Ph\u00e4nomenen, deren Nachwirkungen bis heute sp\u00fcr- und \nh\u00f6rbar geblieben sind. Die \u00f6sterreichischen \u201eDarmst\u00e4dter\u201c Otto M. Zykan \n(*1935), Kurt Schwertsik (*1935) und H. K. Gruber (*1943) kreierten 1968\n mit \u201eMOB art &amp; tone ART\u201c einen spielerischen Gegenentwurf zu den \naufwendigen Architekturen und angestrengten Konstruktionen, mit deren \nUnterst\u00fctzung die \u201eernste\u201c Musik dieser Zeit verbissen darum k\u00e4mpfte, \nauch wirklich ernst genommen zu werden. Die Verschiedenartigkeit der \nseit damals von diesen Komponisten beschrittenen Wege und die bis heute \nandauernde Strahlkraft ihres Gedankenansatzes, beweist die organische \nNotwendigkeit und Richtigkeit dieser Entwicklung.<br>\nObwohl Roland Batik von dieser Str\u00f6mung v\u00f6llig unbeeinflu\u00dft blieb, ist \nsein musikalischer Werdegang f\u00fcr das durch sie mitgepr\u00e4gte Ambiente \ngeradezu exemplarisch. Schon lange bevor das Zauberwort \u201eCrossover\u201c zum \nverbalen Amulett und K\u00f6der einer hektisch nach Verkaufsstrategien \nsuchenden Musikindustrie wurde, hat Roland Batik all das, was dieser \nBegriff vergeblich vorzuspiegeln versucht, wirklich gelebt. Als Teenager\n hatte er sich Rockgruppen wie Queen, The Who und Iron Butterfly zu \nIdolen erkoren, was ihn aber durchaus nicht daran hinderte, eine \n\u201eklassische\u201c Musikausbildung zu durchlaufen.  Das Jahr 1971, ein \nSchl\u00fcsseljahr seiner Laufbahn, spiegelt die Dualit\u00e4t dieser Neigungen \nexemplarisch wieder: In diesem Jahr erlebt er die Urauff\u00fchrung von \nFriedrich Guldas Concertino for Players and Singers mit, das ihn tief \nund nachhaltig beeindruckt; wird als Pianist Student von Walter \nFleischmann an der Wiener Musikhochschule; und wird selber Lehrer von \nFriedrich Guldas Sohn Paul (*1961). An dem kurz zuvor von Erich \nKleinschuster und den Mitgliedern seines Sextetts gegr\u00fcndeten \nJazz-Institut (Abteilung X) des Konservatoriums der Stadt Wien ist er \neiner der ersten Sch\u00fcler \u2013 Fritz Pauer gibt ihm dort entscheidende \nImpulse. Als Komponist tritt er ab 1972 mit stimmungsvollen \nB\u00fchnenmusiken f\u00fcr mehrere M\u00e4rchenproduktionen des Wiener Burgtheaters in\n Erscheinung. <br>\nWas ihm 1971 noch ein kaum erf\u00fcllbarer Wunschtraum erschien, wird schon \n1974 Realit\u00e4t: Unter der Leitung des Komponisten, der ihn f\u00fcr diese \nAufgabe pr\u00e4destiniert h\u00e4lt, f\u00fchrt er in Salzburg (und im Folgejahr auch \nin Wien) Guldas Concertino auf. Von da an ist Roland Batik (der zwischen\n 1976 und 1978 mit Friedrich Gulda intensiv auch an seinem klassischen \nRepertoire arbeitet) f\u00fcr eine ganze Generation junger Musikfreunde der \nideale Wegbegleiter bei der Entdeckung des grenzenlosen Reichtums \nmusikalischer Idiome. Obwohl er sich hier vor allem als Solist \nprofiliert, zieht ihn auch die Kammermusik in besonderer Weise an: 1977 \nbegr\u00fcndet er mit Heinrich Werkl (Kontraba\u00df) und Walter Grassmann \n(Schlagzeug) ein noch immer bestehendes Jazz-Trio, 1982 mit seinem \nehemaligen Sch\u00fcler Paul Gulda ein bis 1988 konzertierendes klassisches \nKlavierduo, das auch international gr\u00f6\u00dfte Anerkennung findet.  Zwischen \n1987 und 1991 ist Batik Mitglied der Wiener Instrumentalsolisten, f\u00fcr \ndie er auch mehrere Werke schreibt. Mit dem 1996 ins Leben gerufenen \nJazz-Trio \u201eBridges\u201c, bei der Woody Schabata (Marimba\/Vibraphon) die \nStelle von Walter Grassmann einnimmt, gewinnt Batiks kammermusikalische \nVorliebe eine zus\u00e4tzliche Dimension. <br>\nSchon seit 1977 ist Batik auch erfolgreicher Lehrer am Konservatorium \nder Stadt Wien, wo er bis 1994 parallel Jazz und Konzertfach Klavier \nunterrichtete; seit 1994 beschr\u00e4nkt er sich hier auf das klassische \nFach. Die Realisierung diskographischer Gro\u00dfprojekte, wie die vielfach \nausgezeichnete Einspielung s\u00e4mtlicher Mozart- und Haydn-Klaviersonaten \n(1989\/90 und 1995\/99),  belegt eindrucksvoll, da\u00df Batik seinen ganz \neigenen Interpretationsstil gefunden hat. <br>\nUnter seinen Kompositionen erfreuen sich etliche Klavierwerke \n(Bagatelle, Pannonische Romanze, Impressionen) besonderer Popularit\u00e4t. \nEr selbst betrachtet das 1993 im Auftrag der Jeunesse musicale \nentstandene (und erst j\u00fcngst wieder in Wien zu h\u00f6rende) Erste \nKlavierkonzert als sein Hauptwerk; an einem zweiten Klavierkonzert, das \ner im Herbst 2003 mit dem Linzer Bruckner-Orchester urauff\u00fchren wird, \narbeitet Batik gerade.<br>\nDie heute uraufgef\u00fchrten Vier Intermezzi  \u00fcbernehmen von der \nPopularmusik die Vorliebe f\u00fcr Ostinati und kleinr\u00e4umige Gliederungen: \nDas erste (Introduktion) definiert den spielerisch-gel\u00f6sten Charakter \ndes ganzen Zyklus und folgt einem additiven Formschema, das folgerichtig\n auf ein abruptes Ende zusteuert. Das rhapsodische zweite St\u00fccke (Quasi \nimprovvisando) versucht, die im Klaviertrio aufeinander treffenden \nKlangwelten auszuloten; im weiteren Verlauf sind die von der \u201eMinimal \nmusic\u201c kommenden Anregungen nicht zu \u00fcberh\u00f6ren. Die symmetrische Form \n\u00f6ffnet sich mit dem Schlu\u00df-Pizzicato zum Folgest\u00fcck (Blues-Intermezzo). \nHier werden die formalen Konventionen des Blues (zw\u00f6lftaktige Perioden, \nBlues-Kadenz) auf parodistische Weise mit \u201eklassischen\u201c Elementen \nkombiniert. In zwei eingeschobenen Episoden erscheinen \nTangoreminiszenzen sowie eine N\u00e4nie \u00fcber spannungsreichen Akkorden. Mit \ndem im phrygischen Modus stehenden (und un\u00fcberh\u00f6rbar \u201ehispanisierenden\u201c)\n Finale beschlie\u00dft Batik den kleinen Zyklus ganz in der Art eines \nklassischen \u201eKehraus\u201c.<br>\n<\/p>\n\n\n\n<p style=\"text-align:right\">\u00a9 by Claus-Christian Schuster\ufeff<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Roland Batik * 19. August 1951 Vier Intermezzi Komponiert: Seibersdorf, J\u00e4nner-M\u00e4rz 2001 Widmung: Altenberg Trio Wien Urauff\u00fchrung: Wien, Musikverein, Brahmssaal, 3. 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